Der Mann der den Präsidenten kannte
Über das eBook
Sinclair Lewis' "Der Mann, der den Präsidenten kannte" ist eine pointierte Satire auf das amerikanische Selbstbild der 1920er Jahre. Im Zentrum steht Lowell Schmaltz, ein geschäftiger, selbstzufriedener Durchschnittsbürger, der seine vermeintliche Nähe zu Präsident Calvin Coolidge zum Beweis persönlicher Bedeutung stilisiert. Die Handlung entfaltet sich weniger als traditioneller Entwicklungsroman denn als monologische Selbstdarstellung: In einem unablässigen Redestrom verbinden sich Anekdoten, Geschäftsoptimismus und politische Ahnungslosigkeit. Lewis' lakonische Komik, die kunstvolle Nachahmung von Umgangssprache und die Übersteigerung bürgerlicher Selbstgewissheit machen den Text zu einem exemplarischen Dokument der literarischen Moderne und zu einer scharfen Analyse öffentlicher Rhetorik. Sinclair Lewis (1885–1951), Nobelpreisträger für Literatur von 1930, wurde durch Romane wie "Main Street", "Babbitt" und "Arrowsmith" als schonungsloser Beobachter der amerikanischen Gesellschaft bekannt. Seine journalistische Aufmerksamkeit für soziale Milieus, politische Macht und die Sprache des aufstrebenden Mittelstands prägte seine satirische Methode. Das vorliegende Werk entstand vor dem Hintergrund einer von Konsum, Reklame, wirtschaftlichem Aufschwung und konservativer Politik bestimmten Epoche. Lewis untersucht darin, wie nationale Ideale in privaten Prahlereien fortleben und wie politische Autorität durch bloße Namensnähe zur persönlichen Trophäe wird. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die gesellschaftliche Satire nicht als bloße Unterhaltung, sondern als präzise Form kultureller Kritik verstehen. Seine historische Verankerung bleibt ebenso relevant wie die darin entlarvte Neigung, Einfluss mit Bekanntschaft und Urteilskraft mit Selbstsicherheit zu verwechseln.
Über den Autor
Sinclair Lewis (1885 - 1951) war ein amerikanischer Schriftsteller, der durch seine gesellschaftskritischen und satirischen Romane berühmt wurde. Sein Roman "Hauptstraße" über das Kleinstadtleben in Minnesota geriet zu einem sensationellen kommerziellen Erfolg, sowie die folgenden Romane "Babbitt", "Dr. med. Arrowsmith" und "Elmer Gantry". Sinclair Lewis schuf einen neuen Typ des amerikanischen Romans, der reflektiert den Bedeutungsverlust des ländlichen Amerikas und seiner Sitten, die Transformation von Dörfern in Kleinstädte. In den 1920er Jahren waren die Romane Sinclairs in Deutschland beliebt. Sie drückten das neue Lebensgefühl einer sich modernisierenden Gesellschaft aus. 1930 erhielt er als erster Amerikaner den Nobelpreis für Literatur.
Produkt Details
Verlag: e-artnow
Genre: Historische Romane
Sprache: German
Umfang: 125 Seiten
Größe: 1004,2 KB
ISBN: 4066338121127
Veröffentlichung: 7. Februar 2022