Mensch, mach langsam!

eBook: Mensch, mach langsam!

Sachbuch

 1 Sterne, 1 Rezensionen

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Über das eBook

Gute Leinenführigkeit ist etwas, das für unser Zusammenleben mit Hunden in der modernen Welt unerlässlich ist. Aber obwohl viele Hundehalter heute auf freundliche Art und Weise ihrem Hund eine gute Leinenführigkeit beibringen möchten, ziehen viele Hunde unerträglich. Was ist der Grund? Sind das vielleicht wir Menschen, die einfach zu hektisch und aufgeregt sind? Machen wir es den Hunden viel zu schwer, mit uns entspannt zu leben?
Diesen und vielen anderen Fragen geht Ute Rott nach und zeigt Ihnen unkonventionelle Wege auf, um Ihnen und Ihrem Hund ein entspanntes Leben zu ermöglichen. Vielleicht müssen Sie tatsächlich einiges in Ihrem Leben - aber vielleicht ist das auch zu Ihrem Vorteil und zu dem Ihrer Pelznasen. Möglich wär's.


Über den Autor

Ute Rott lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden seit 2005 in Metzelthin in der Uckermark. Dort betreibt sie eine Hundeschule und vermietet Ferienwohnungen und Stellplätze für Reisemobile an Menschen mit Hunden. Ihre Spezialgebiete sind gewaltfreies Training zum Grundgehorsam, Verhaltensberatung und Verhaltenstherapie bei auffälligen Hunden, Mantrailing und Ernährung.

Rezensionen

Nemesis83 Avatar

Nicht empfehlenswert

Rezension zu „Mensch, mach langsam“ von Ute Rott
Ich habe das Buch begonnen und bis etwa Seite 39 gelesen – danach musste ich leider abbrechen. Nicht, weil das Thema uninteressant wäre, sondern weil der Ton und die Argumentation zunehmend anstrengend wurden.
Die Autorin vertritt eine sehr klare Haltung zur Hundeerziehung. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Haltung mit starken Verallgemeinerungen und moralischem Druck vermittelt wird. Im Buch entsteht mehrfach der Eindruck, dass Hundehalter, die ein Halsband verwenden, ihrem Hund automatisch Schmerzen zufügen oder an ihm herumreißen würden. Diese Darstellung wirkt sehr pauschal und wird der Realität vieler Hundehalter schlicht nicht gerecht.
Besonders häufig arbeitet die Autorin mit emotionalen Vergleichen, etwa der Frage, wie man sich fühlen würde, wenn jemand einem eine „hauchdünne Schnur um den Hals“ legt. Solche Bilder wirken eher dramatisierend als erklärend – zumal ein normales Hundehalsband mit einer dünnen Schnur wenig gemeinsam hat.
Auch in praktischen Beispielen wirkt die Argumentation teilweise erstaunlich realitätsfern. So wird etwa suggeriert, dass es problematisch sei, einen großen Hund – beispielsweise einen Berner Sennenhund – am Halsband festzuhalten, wenn dieser plötzlich eine Katze jagen möchte. Stattdessen wird sinngemäß empfohlen, dem Hund ein Kommando wie „Sitz“ zu geben. In der Praxis geht es in solchen Momenten jedoch zuerst um Kontrolle und Sicherheit. Wenn ein Hund sich losreißt und auf eine Straße rennt, kann das für andere Tiere, Menschen und den Hund selbst gefährlich werden. Einen Hund in so einer Situation festzuhalten, ist kein Akt der Grausamkeit, sondern schlicht verantwortungsvolles Handeln.
Ähnlich fragwürdig wirken manche Aussagen zur Leinenführigkeit bei Welpen. Laut Darstellung der Autorin könne bereits leichter Zug am Halsband – etwa wenn ein Welpenbesitzer zügig weitergehen möchte, weil er einen Termin in der Hundeschule hat – den „Grundstein“ dafür legen, dass der Hund später grundsätzlich an der Leine zieht. Diese Art von Ursache-Wirkungs-Erklärung wirkt stark vereinfacht. Wer schon einmal mit jungen Hunden gearbeitet hat, weiß, dass Leinenverhalten von vielen Faktoren abhängt: Training, Reife, Umgebung, Motivation und Konsequenz im Alltag.
Auch die pauschale Behauptung, Hunde, die zuverlässig ohne Leine bei ihrem Halter bleiben, seien grundsätzlich durch Drill oder Gewalt „gebrochen“ worden, wirkt wenig differenziert. Viele Hunde erreichen zuverlässigen Gehorsam durch konsequentes Training, Bindung und positive Motivation.
Insgesamt entsteht beim Lesen der Eindruck, dass hier weniger eine differenzierte Betrachtung der Hundeerziehung stattfindet, sondern vielmehr eine sehr ideologische Sichtweise vertreten wird. Wer diese Perspektive bereits teilt, wird sich möglicherweise bestätigt fühlen. Leserinnen und Leser, die sich eine sachliche, praxisnahe und differenzierte Auseinandersetzung wünschen, könnten jedoch schnell den Eindruck bekommen, eher belehrt als informiert zu werden.
Schade – denn das Thema Gelassenheit im Umgang mit Hunden wäre eigentlich ein spannender Ansatz für ein gutes Buch gewesen.

Produkt Details

Verlag: Philocanis Verlag

Genre: Sachbuch

Sprache: German

Umfang: 140 Seiten

Größe: 3,8 MB

ISBN: 9783981830767

Veröffentlichung: